SustainCo-Sommerarbeitstreffen in Kassel – Themenschwerpunkt „Szenario-Management“

SustainCo-Sommerarbeitstreffen in Kassel – Themenschwerpunkt „Szenario-Management“

Das SustainCo-Sommerarbeitstreffen am 03. und 04. Juni in Kassel widmete sich diesmal dem Themenschwerpunkt „Szenario-Management“. Erneut sollten über ein Workshop-Format die Kompetenzen der SustainCo-Mitglieder und interessierter CSM-Alumni zu unternehmerischem Nachhaltigkeitsmanagement gefördert werden. Als Referentin konnte die erfahrene Szenario-Management-Expertin Hanna Rammig von ScMI Scenario Management International aus Paderborn gewonnen werden.

Schon zu Beginn der Veranstaltung begaben sich die Teilnehmer in intensive Diskussionen, in denen es auch um die eigenen Erfahrungen mit der Szenario-Technik im Rahmen des MBA Sustainability Management ging. Schnell erinnerte man sich an einen recht komplexen Theoriekörper, den klaren Strategiebezug und das große Erkenntnispotenzial.

Genau an diesem Punkt gelang es der Referentin schon zu Beginn anzudocken: Statt mannigfaltigen, eher theoretischen Szenario-Techniken, setzt ScMI auf den integrierenden Begriff des Szenario-Managements. Darin steckt, dass man nach allen Ergebnissen und Erkenntnissen darüber, wie mögliche Zukünfte aussehen könnten (wir lernen: es gibt nicht DIE EINE Zukunft), auch Ableitungen für die eigene strategische Ausrichtung ziehen und umsetzen sollte. Szenarien und korrespondierende Strategien sollten also miteinander verknüpft werden – nur so kann ein wirklicher Nutzen für Unternehmen und deren Zukunftsausrichtung entstehen.

Es wurde deutlich, dass Szenario-Management durchaus wirkungsvoll das eigene Denken und Handeln auf zukünftigen Erfolg ausrichten kann, weil…

  • Eine frühzeitige Identifikation der Erfolgspotentiale von morgen möglich ist und diese rechtzeitig erschlossen werden können.
  • Szenarien beim Umgang mit neuen Märkten, neuen Produkten und Technologien sowie völlig neuen Geschäftsmodellen helfen, Verständnis über mögliche Chancen und Herausforderungen zu schaffen.
  • Zukunftsszenarien und deren Antizipation in Strategie-, Change- und Innovationsprozessen hilfreich sind, um die Effektivität des eigenen Handels zu steigern.
  • ….

Von Beginn an wurden Methoden und Elemente der Szenario-Technik plakativ und schrittweise an einem Projektbeispiel des Umweltbundesamtes („Die Zukunft des nachhaltigen Bauens und Wohnens 2030“) erläutert. Für das weitere gemeinsame Arbeiten entschied sich die Gruppe dann für das ergänzend eingebrachte Thema „Energielandschaft Deutschland“, für das sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen ins Jahr 2050 beamten.

Um gezielt an den unterschiedlichen Zukünften zu arbeiten, wurde zunächst gemeinsam ein sogenanntes Systembild („Welches sind die treibenden Kräfte im Szenariofeld?“) sowie ein Set an Einflussfaktoren erstellt, die das Umfeld des Themas „Energielandschaft Deutschland“ prägen. Mit ausgewählten Schlüsselfaktoren ging es dann in Kleingruppenarbeit. Hier war die Aufgabe zu beschreiben, wie sich die Schlüsselfaktoren in der Zukunft entwickeln könnten (sog. „Projektionen“).

Bearbeitet wurden fünf Schlüsselfaktoren:

  • Entwicklung der Elektromobilität
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen
  • Gesellschaftliche Wahrnehmung und Umsetzung
  • Klimaschutz / Klimawandel
  • Bahnbrechende technologische Entwicklungen

Ihre Ergebnisse stellten die Kleingruppen jeweils im Plenum vor, bevor es im nächsten Schritt darum ging, die erarbeiteten Erkenntnisse zu den Einflussfaktoren 1-5 in einer Matrix zusammenzutragen. In gemeinschaftlichem Austausch wurden daraus dann fünf in sich stimmige Szenarien erarbeitet. Übereinstimmungen, Annäherungen und Gegensätzlichkeit der erarbeiteten Szenarien wurden anschließend per Zukunftsraum-Mapping anschaulich aufgezeigt, diskutiert und abgestimmt. Die konsequenten Folgeschritte innerhalb des Szenario-Managements wären nun Interpretation und Transfer in die eigenen Strategieoptionen gewesen: „Von welchen Szenarien gehen wir aus, was bedeutet dies für uns in den einzelnen Zukünften und wie müssen wir unsere Strategieoptionen entsprechend anpassen/ausrichten?“, allerdings wäre hierzu ein weiterer Workshoptag notwendig gewesen. Wie dem auch sei, die Tür zu weiterführenden Strategie-, Change- und Innovationsprozessen wurde jedenfalls weit geöffnet.

Abschließend kann festgehalten werden: Es war ein intensiver, unterhaltsamer und sehr erkenntnisreicher Arbeitsworkshop mit einer sympathischen, erfahrenen und flexiblen Expertin. Szenario-Management ist gerade im Kontext der Nachhaltigkeit extrem spannend sowie relevant und bietet eine wertvolle Unterstützung für die Strategiearbeit zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung, die stärker und bewusster genutzt werden sollte.

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