Eindrücke von der Jahrestagung „Reporting 3.0“ in Berlin

Eindrücke von der Jahrestagung „Reporting 3.0“ in Berlin

Anfang Oktober, Berlin, Désirée Schubert…

Reporting 1.0, 2.0 oder gar 3.0?

Anfang Oktober fand in Berlin die Internationale Jahreskonferenz der Reporting 3.0 Platform (http://reporting3.org/) statt. Désirée Schubert von Sustainco war live vor Ort.

Die Veranstalter von BSD Consulting versprachen im Vorfeld ein „Kaleidoskop neuer Entwicklungen, die die Reportingagenda global beeinflussen“. So kamen Anfang Oktober zur zweitägigen Jahreskonferenz rund 150 Vordenker, Unternehmensvertreter und politische Entscheidungsträger zusammen, um gemeinsam die Zukunft der Nachhaltigkeits-Berichterstattung zu diskutieren.

Mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich angereist und stellte mich den relevanten Fragen der Veranstaltung: Wie sieht die Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung aus? Was sind die “musts” und “nice to haves” eines Reportings 3.0 auch im internationalen Kontext?

Die Atmosphäre vor Ort war gut ausbalanciert zwischen Harmonie und freudiger Erwartung. Schließlich kamen internationale Top-Referenten, wie John Elkington (Founding Partner & Executive Chairman of Volans and Co-Founder of SustainAbility), Michael Meehan (neuer CEO der Global Reporting Initiative) oder Said Dawlabani (Autor des Bestsellers „Memenonics“) zu Wort.

Abschließend ein paar Gedanken, die ich aus der Veranstaltung mitnehme:
Die anwesenden Experten bestärkten mich in meiner Einschätzung, dass sich die bestehende Berichtspraxis verändern muss. Schließlich ist Reporting rückwärtsgewandt und fordert von allen Beteiligten viel Arbeit. Für KMUs ist der Arbeits- und Kostenaufwand der derzeitigen Berichtspraxis kaum zu (er-)tragen.

Trotz der immer wieder betonten großen Aufwände bei der Erstellung von Nachhaltigkeits-berichten, ist zumindest den Experten klar, dass sich die Anstrengungen auch für den Geldbeutel lohnen. Gut ist auch, dass Reporting inzwischen in vielen Schwellenländern Standard für zumindest aktiennotierte Firmen ist. Das treibt die Entwicklung voran – und hier können wir vermeintlich „besser“ entwickelten Industrienationen noch einiges lernen. Denn was überzeugt besser und stärker, als good oder best-practice Beispiele?

Klar ist auch, dass der Blick über den Unternehmens-Tellerrand hinausgehen und sich auf die ganze Supply und Value Chain richten muss. Aber auch jenseits der Bezeichnung „Schwellenland“, finden sich tolle Beispiele. So wird in skandinavisichen Ländern das Reporting nur als Anfang für eine verbesserte Kommunikation in den Firmen und zunehmend in systemischen Veränderungen der Gesamtwirtschaft verstanden. Beenden möchte ich meinen kurzen Beitrag mit zwei entscheidenden Schlagworten dazu: Circular Economy und Breakthrough Capitalism.

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das Thema Reporting – auch angesichts der beschlossenen EU-Berichtspflicht – weiter entwickeln wird. Die SustainCo Fokusgruppe „Kommunikation“ bleibt am Ball…

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