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SustainCo-Beraternetz für Nachhaltigkeit mit neuem Vorstand

06

Okt 2016

SustainCo-Beraternetz für Nachhaltigkeit mit neuem Vorstand

Im Zuge der alljährlichen, ordentlichen Mitgliederversammlung zu den Home Coming Days des Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg wählten die Mitglieder des SustainCo e.V. ihren neuen Vorstand. In frischer und (fast) neuer Besetzung lenkt und gestaltet der dreiköpfige Vorstand nun in Abstimmung mit den Mitgliedern die Geschicke des Beraternetzes für Nachhaltigkeit und richtet den Verein entlang neuer Mitgliederideen aus.

Neu dazugekommen ist Catrin Schreiber (Beraterin und Moderatorin für Nachhaltigkeitsmanagement und Strategie, Schreiber Consulting), die Dr. Bernd Steinmüller im Vorsitz des Vorstands nachfolgt, der den Verein über die letzten Jahre mit viel Leidenschaft und Einsatz geführt und vorangebracht hat. Ebenso neu im Vorstand ist Rita Gelhaus (Beraterin für Energiemanagementsysteme und Energieaudits, EWE VERTRIEB GmbH) für das Finanzressort, welches bisher von Jan Udes geleitet wurde. Auch Jan leistete gleich über mehrere Jahre mit seinem Vorstandseinsatz einen großartigen Beitrag für den Verein. Marius Fahrenholz (Berater für Issue Management/ Stewardship und Geschäftsführer, The Synergist GmbH) wurde für das Ressort Kommunikation wiedergewählt und führt dieses im kommenden Vorstandsjahr fort.

Der Vorstand freut sich auf den anregenden Austausch unter den Mitgliedern und die inspirierenden Veranstaltungen – und dankt dem Vorstand 2015/2016 für die erfolgreiche Arbeit.


10 Jahre UN PRI-Principles of Responsible Investments

26

Sep 2016

10 Jahre UN PRI-Principles of Responsible Investments

Verantwortungsbewusste Investitionen werden zunehmend zum Standard – Letzte Woche trafen sich rund 600 Fachleute aus der Investoren-Branche in Singapur anlässlich des 10. Geburtstages des Fachnetzwerks PRI (Principles for responsible Investment) zum Jahrestreffen «PRI in Person».

Zum ersten Mal tagte der Verband in Asien, nachdem anfangs dieses Jahres eine Geschäftsstelle in Hong Kong eröffnete wurde. Im Sands Expo & Convention Center in den Marina Bay Sands Singapur wurden vom 6. – 8. September die verschiedenen Aspekte von Investments nach ESG-Kriterien (Environmental, Social und Corporate Governance) diskutiert. SustainCo-Gründungsmitglied Christian Engweiler war für forum Nachhaltig Wirtschaften vor Ort dabei.

Eröffnet wurde die Konferenz von Martin Skancke, dem Vorsitzenden des Netzwerkes, der sich darüber freute, dass bereits nahezu 1600 Unternehmen aus über 50 Ländern die Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren unterzeichnet haben. Diese Unterzeichner repräsentieren insgesamt über 60 Billionen US$ Investitionskapital. Das R in PRI könne bald weggelassen werden, denn es werde zunehmend zu einem Standard und in naher Zukunft werden Investments, die nicht nach Nachhaltigkeitskriterien getätigt werden, wohl bald nicht mehr denkbar sein.

Auf Glaubwürdigkeit bauen

Chris Sanderson von «the Future Laboratory» zeigte in seinem engagierten und bewegenden Vortrag auf, wie sich die Welt im 21. Jahrhundert entwickeln könnte und wie sich die heutige Generation zunehmend neu orientiert. Das traditionelle Vertrauen in Autoritäten wie Politiker, religiöse Führungspersonen, Lehrer, Vorgesetzte und Unternehmen sei zerbröckelt und die junge Generation entwickle in Interaktion mit der Vernetzung durch das Internet neue Leitbilder. Dazu gehören zunehmend auch Themen rund um nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Leben. Darauf müsse sich auch die Investoren-Branche zunehmend einstellen.

David Blood von «Generation Investment Management» baute auf diesen Aussagen auf und machte deutlich, dass die Branche in den letzten Jahren stark an Vertrauen eingebüsst habe. Er rief die Finanzbranche auf, Ihre «Licence to operate» zu erneuern, um nicht die Glaubwürdigkeit komplett zu verlieren.

Motivierende Beispiele

Im Verlaufe der Konferenz wurden dann auch einige Beispiele vorgestellt, die in diese Richtung gehen. So hat gerade erst die Börse des gastgebenden Singapurs beschlossen, dass die Unternehmen sich verpflichten müssen, einen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht vorzuweisen, um weiterhin am SGX gelistet zu werden. Loh Boon Chye, CEO der Singapurer Börse SGX stellte auch diverse weitere Massnahmen vor, die die Singapurer Börse initiierte und freute sich darüber, für diese Konferenz als Gastgeber dienen zu dürfen.

Dr. Ma Jun, Chefökonom der People’s Bank of China freute sich, dass nur einen Tag nach einer Konferenz zum Thema «Green Finance» mit 300 Teilnehmern in Shanghai sich nun noch mehr Fachleute in Singapur versammeln. Er zeigte auf, dass China in der Zwischenzeit der grösste Anbieter von Green Bonds geworden sei und rund 40% des Marktes repräsentiere. Doch warf er dabei auch die Frage in den Raum, was denn genau als «grün» definiert werden könne und nannte dies eine der hauptsächlichen Herausforderungen in der Kommunikation.

Hiromichi Mizuno, Executive Managing Director und Chief Investment Officer vom Government Pension Investment Fund Japans, der weltweit grössten Pensionskasse, präsentierte die Strategie des Funds, die auf einem 100 Jahre Zeithorizont basiert und damit eine ganz andere Art von Investitionen ermögliche. Er zeigte aber auch auf, dass die Medien sich trotzdem weiterhin auf kurzfristige Buchverluste stürzen.

Einige dieser Vorträge finden Sie auf dem PRI in Person 2016 Youtube-Kanal.

Workshops und Rahmenveranstaltungen

In verschiedenen Workshops wurden ein breiter Fächer an Themen wie die Abholzung, nachhaltiges Palmöl, Antibiotika-Resistenz, nachhaltiges Bauen, Cyber-Security, ESG in Islamic Finance, Risiko-Management, Arbeitsbedingungen in verschiedenen Lieferketten und Impact Investing diskutiert.

Ein grosses und interessantes Vorhaben des PRI-Netzwerks, das verschiedene Projekte zur Verbesserung des Finanzsystems in Richtung Nachhaltigkeit beinhaltet, wurde intensiv im Plenum und in Workshops weiterentwickelt.

Verschiedene Rahmenveranstaltungen rundeten die Konferenz ab. So besuchte eine Gruppe in einer mehrtägigen Reise verschiedene Orte im Bereich der nachhaltigen Produktion von Palmöl und am Dienstag tagte die Sustainable Stock Exchange Initiative, die die Börsen in Richtung Nachhaltigkeit bewegen möchte. Siehe dazu auch den separaten Artikel in den News.

Die Organisation «Global Witness» präsentierte Ihre Tätigkeit, die sich der Aufdeckung von verdeckten Investments widmet. In Amerika ist es durch die Gesetzgebung nach wie vor möglich, ein Unternehmen zu gründen, ohne zu den Besitzern irgendwelche Angaben machen zu müssen. Es sei nach wie vor einfacher ein Unternehmen zu gründen als ein privates Bankkonto zu eröffnen. Und am Freitag trafen sich im so genannten «Matchmaker-Workshop» unter dem Patronat von CDP Städte mit Investoren, um Ihre Projekte vorzustellen und direkt Feedback von den Finanzprofis zu erhalten.

Das 11. Jahrestreffen des PRI-Netzwerkes findet nächstes Jahr vom 25. – 27. September in Berlin statt.

 

Über PRI: Das PRI ist das weltweit führende Netzwerk für verantwortungsbewusste Investitionen.

Die Arbeit von PRI soll helfen, die Auswirkungen von Investitionen auf Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG) Faktoren zu verstehen und die Investoren-Mitglieder des internationalen Netzwerks dabei unterstützen, diese Faktoren bei Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen.

Das PRI wirkt im langfristigen Interessen der Unterzeichner, der Finanzmärkte und der Volkswirtschaften, in denen sie tätig sind und dient damit letztlich der Umwelt und der Gesellschaft als Ganzes. Die Unterzeichner verpflichten sich ihrerseits, die 6 zentralen Prinzipien (https://www.unpri.org/about) bei Ihren Investment-Entscheidungen zu berücksichtigen.

Anfang 2005 lud der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Gruppe der weltweit größten institutionellen Investoren dazu ein, gemeinsam Prinzipien für verantwortungsvolle Investitionen zu entwickeln. Diese Grundsätze wurden im April 2006 an der New Yorker Börse gestartet. Seitdem ist die Zahl der Unterzeichner von 100 auf über 1‘500 gewachsen.

24. September 2016, Christian Engweiler

 


Die Spitzenkräfte der Börsen weltweit erkundeten die Möglichkeiten des nachhaltigen Marktes

26

Sep 2016

Die Spitzenkräfte der Börsen weltweit erkundeten die Möglichkeiten des nachhaltigen Marktes

Eine neue globale Agenda – In Singapur trafen sich am 6. September 2016 die Mitglieder der „Sustainability Stock Exchange“ (SSE)-Initiative der vereinten Nationen zu Ihrem jedes zweite Jahr stattfindenden „Global Dialogue“.

Die zum fünften Mal stattfindende Konferenz trug den Namen „A New Global Agenda“ und GeschäftsführerInnen von Börsen aus 16 Ländern, institutionelle Anleger, hochrangige politische Entscheidungsträger und Vertreter der Vereinten Nationen folgten der Einladung.

Eine Agenda für die Förderung der Nachhaltigkeit in den Kapitalmärkten

Die Konferenz fand im Rahmen der 10. „PRI in Person“ (hier zum Artikel) – Jahrestagung in den Marina Bay Sands in Singapur statt. Der Dialog hatte zum Ziel die künftige Agenda in der Arbeit rund um die Themen Nachhaltigkeit und Kapitalmärkte zu gestalten.

Die Veranstaltung wurde von Elliott Harris, dem stellvertretenden UN-Generalsekretär und Leiter des UNEP Büro‘s in New York moderiert. Er wies zu Beginn darauf hin, dass „Börsen eine entscheidende Rolle spielen, um die wachsende grüne Wirtschaft voran zu treiben und die neuen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung (SDG‘s) umzusetzen“. Er begrüßte die Singapurer Börse gleichzeitig als neues Mitglied der SSE.

Singapur’s Börse SGX als engagiertes und aktives neues Mitglied

Loh Boon Chye, CEO der Singapurer Börse SGX, hiess die Teilnehmer in Singapur herzlich willkommen und unterstrich «der SGX fühlt sich als Marktbetreiber und Regulator verpflichtet, die nachhaltige Entwicklung in Singapurs Kapitalmarkt anzuführen. Wir freuen uns darauf, von dieser spannenden Initiative zu lernen und unseren Beitrag dazu beizusteuern.“

Der SGX ist ein starker Befürworter der nachhaltigen Entwicklung und kommt seiner Verpflichtung, die Veröffentlichung von und den Zugang zu Nachhaltigkeits-Informationen zu fördern, durch verschiedene Initiativen nach. Dies beinhaltet Verpflichtung zur „Einhaltung oder Erklärung“ (comply or explain) für gelistete Unternehmen und die Lancierung des „SGX Sustainability Indices“ der aus SGX gelisteten Unternehmen besteht, die Vorreiter in ESG-Standards (Environmental, Social and Governance) sind.

Berichterstattung «2016 Report on Progress»

Während der Veranstaltung veröffentlichte der SSE den „2016 Report on Progress“ der zeigt, dass der private Sektor erkannt hat, dass er eine wichtige Rolle in der Agenda für die nachhaltige Entwicklung spielt.

Mit dem SGX sind nun 15 Börsen aus Asien und weltweit 59 Börsen Partner der SSE-Initiative. Damit verpflichten sich diese Partner, die über 70% der gelisteten «Equity»-Märkte repräsentieren, öffentlich die Nachhaltigkeit in ihren Märkten zu fördern. 12 davon haben die Berichterstattung nach ESG-Kriterien bereits in die Börsennotierungs-Regeln aufgenommen und 15 weitere bieten offizielle Leitfäden dazu an. Allein im vergangenen Jahr haben sich 23 Börsen dazu verpflichtet, die Unternehmen in Ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen. 11 Börsen listen bereits «Green Bonds» und 38 bieten ESG-Indizes an.

An der Veranstaltung wurde dann vor allem diskutiert, welche Auswirkungen die neuen Sustainable Development Goals SDG auf die Kapitalmärkte haben und wie Börsen, Investoren und Unternehmen zu Ihrer Umsetzung beitragen können. Weitere Themen waren die Förderung von neuen Typen von grünen Finanzprodukten wie «Low Carbon Indices» und «Green Bonds» und die Schaffung von Vorteilen für gelistete Unternehmen, die transparent und nach ESG-Kriterien Bericht erstatten.

 

Über SSE: Die Sustainability Stock Exchange SSE wurde 2009 von der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD), dem UN Global Compact, der UNEP Finance Initiative (UNEP FI) und den Principles for Responsible Investment (PRI) ins Leben gerufen.

Die SSE ist ein Peer-to-Peer-Learning-Plattform die erkunden soll, wie Börsen in Zusammenarbeit mit Investoren, Regulierungsbehörden und Unternehmen nachhaltige Investitionen fördern und die Unternehmenstransparenz im Bereich ESG (Environmental, Social und Corporate Governance) verbessern können.

Die erste Sitzung der SSE wurde 2009 von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in New York City, USA eröffnet. Der Erfolg dieser Veranstaltung führte zur Lancierung des alle zwei Jahre stattfindenden „Global Dialogue“, sowie zu regionalen Dialogforen und Rahmenveranstaltungen bei hochkarätigen Konferenzen. Weitere Informationen unter: www.sseinitiative.org

24. September 2016, Christian Engweiler

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Bildquelle: UNCTAD

 


Umfrage des Internationalen Sustainability-Expert-Panel (ISEP) nun online – „Nachhaltige Werte brauchen Strukturen“

14

Aug 2016

Umfrage des Internationalen Sustainability-Expert-Panel (ISEP) nun online – „Nachhaltige Werte brauchen Strukturen“

Die zweite internationale Umfrage der ISEP-Initiative der SustainCo-Beratergruppe ist online

Um einen ökosozialen Werte- und Kulturwandel umsetzen zu können, braucht es ein geeignetes strukturelles Umfeld. Unternehmen mit nachhaltigen Werten stoßen mit den herkömmlichen hierarchischen und auf reinem Konkurrenzdenken basierenden Strukturen an Grenzen. Die fortschrittlichsten unter ihnen sind dabei, neue passende Strukturen zu entwickeln, die Kooperation auf Augenhöhe, Selbstorganisation, ganzheitlichen Erfolg und umfassende Potenzialentfaltung ermöglichen.

Die vorliegende Umfrage hat sich zum Ziel gesetzt, ein konkretes Bild davon zu zeichnen, wie nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen derzeit organisiert sind und in welche Richtung strukturelle Verbesserungen sowie die Entwicklung von passenden Organisationsmodellen gehen können.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und leisten Sie einen Beitrag zur Organisationsentwicklung von ökosozial verantwortlichen Unternehmen.

Vertiefende Informationen zu Motiven, Thesen und Zielsetzungen finden Sie hier.

Zur Befragung (Direktzugang)

 

English: Survey of the International Sustainability Expert Panel (ISEP) „Sustainable Values in need of structures“

Español: Encuesta del Panel de Expertos Internacionales en Sostenibilidad (ISEP) „Los valores sostenibles necesitan estructuras“

Foto credit: Adidas Group


Fachbuchvorstellung: Theorie und Praxis der Soziokratischen KreisorganisationsMethode SKM

07

Aug 2016

Fachbuchvorstellung: Theorie und Praxis der Soziokratischen KreisorganisationsMethode SKM

Die Soziokratische KreisorganisationsMethode SKM nach Gerard Endenburg ist ein Organisationsmodell, das auf Mitverantwortung, Selbstorganisation und Kooperation auf Augenhöhe basiert. Die Methode gewährt strukturelle Sicherheit für eine dynamische Unternehmenssteuerung und fördert organisationales Lernen.
 
Hierzu gibt es nun ein erstes, deutschsprachiges Buch, das die Methode beschreibt und in facettenreichen Beispielen und Fallstudien zeigt, was die Auswirkungen der Methode sind und was es zum Gelingen von soziokratischen Projekten braucht. Die Autorinnen Barbara Strauch und Annewiek Reijmer sind mit dem Ursprung der Methode stark verbunden. Sie sind darüber hinaus Hauptakteurinnen der Weiterentwicklung und Verbreitung des soziokratischen Modells.
 
Auf der Globalen Soziokratie Konferenz wurde das Buch, das unter der Projektleitung von SustainCo-Beraterin Annemarie Schallhart entstand, mit großem Erfolg vorgestellt. Bis zum Erscheinen der überarbeiteten (und teilweise gekürzten) Ausgabe im Buchhandel ist das Buch nun exklusiv über das Soziokratie Zentrum erhältlich.
 
Weitere Details zum Buch hier.


SustainCo-Sommerarbeitstreffen in Kassel – Themenschwerpunkt „Szenario-Management“

19

Jul 2016

SustainCo-Sommerarbeitstreffen in Kassel – Themenschwerpunkt „Szenario-Management“

Das SustainCo-Sommerarbeitstreffen am 03. und 04. Juni in Kassel widmete sich diesmal dem Themenschwerpunkt „Szenario-Management“. Erneut sollten über ein Workshop-Format die Kompetenzen der SustainCo-Mitglieder und interessierter CSM-Alumni zu unternehmerischem Nachhaltigkeitsmanagement gefördert werden. Als Referentin konnte die erfahrene Szenario-Management-Expertin Hanna Rammig von ScMI Scenario Management International aus Paderborn gewonnen werden.

Schon zu Beginn der Veranstaltung begaben sich die Teilnehmer in intensive Diskussionen, in denen es auch um die eigenen Erfahrungen mit der Szenario-Technik im Rahmen des MBA Sustainability Management ging. Schnell erinnerte man sich an einen recht komplexen Theoriekörper, den klaren Strategiebezug und das große Erkenntnispotenzial.

Genau an diesem Punkt gelang es der Referentin schon zu Beginn anzudocken: Statt mannigfaltigen, eher theoretischen Szenario-Techniken, setzt ScMI auf den integrierenden Begriff des Szenario-Managements. Darin steckt, dass man nach allen Ergebnissen und Erkenntnissen darüber, wie mögliche Zukünfte aussehen könnten (wir lernen: es gibt nicht DIE EINE Zukunft), auch Ableitungen für die eigene strategische Ausrichtung ziehen und umsetzen sollte. Szenarien und korrespondierende Strategien sollten also miteinander verknüpft werden – nur so kann ein wirklicher Nutzen für Unternehmen und deren Zukunftsausrichtung entstehen.

Es wurde deutlich, dass Szenario-Management durchaus wirkungsvoll das eigene Denken und Handeln auf zukünftigen Erfolg ausrichten kann, weil…

  • Eine frühzeitige Identifikation der Erfolgspotentiale von morgen möglich ist und diese rechtzeitig erschlossen werden können.
  • Szenarien beim Umgang mit neuen Märkten, neuen Produkten und Technologien sowie völlig neuen Geschäftsmodellen helfen, Verständnis über mögliche Chancen und Herausforderungen zu schaffen.
  • Zukunftsszenarien und deren Antizipation in Strategie-, Change- und Innovationsprozessen hilfreich sind, um die Effektivität des eigenen Handels zu steigern.
  • ….

Von Beginn an wurden Methoden und Elemente der Szenario-Technik plakativ und schrittweise an einem Projektbeispiel des Umweltbundesamtes („Die Zukunft des nachhaltigen Bauens und Wohnens 2030“) erläutert. Für das weitere gemeinsame Arbeiten entschied sich die Gruppe dann für das ergänzend eingebrachte Thema „Energielandschaft Deutschland“, für das sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen ins Jahr 2050 beamten.

Um gezielt an den unterschiedlichen Zukünften zu arbeiten, wurde zunächst gemeinsam ein sogenanntes Systembild („Welches sind die treibenden Kräfte im Szenariofeld?“) sowie ein Set an Einflussfaktoren erstellt, die das Umfeld des Themas „Energielandschaft Deutschland“ prägen. Mit ausgewählten Schlüsselfaktoren ging es dann in Kleingruppenarbeit. Hier war die Aufgabe zu beschreiben, wie sich die Schlüsselfaktoren in der Zukunft entwickeln könnten (sog. „Projektionen“).

Bearbeitet wurden fünf Schlüsselfaktoren:

  • Entwicklung der Elektromobilität
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen
  • Gesellschaftliche Wahrnehmung und Umsetzung
  • Klimaschutz / Klimawandel
  • Bahnbrechende technologische Entwicklungen

Ihre Ergebnisse stellten die Kleingruppen jeweils im Plenum vor, bevor es im nächsten Schritt darum ging, die erarbeiteten Erkenntnisse zu den Einflussfaktoren 1-5 in einer Matrix zusammenzutragen. In gemeinschaftlichem Austausch wurden daraus dann fünf in sich stimmige Szenarien erarbeitet. Übereinstimmungen, Annäherungen und Gegensätzlichkeit der erarbeiteten Szenarien wurden anschließend per Zukunftsraum-Mapping anschaulich aufgezeigt, diskutiert und abgestimmt. Die konsequenten Folgeschritte innerhalb des Szenario-Managements wären nun Interpretation und Transfer in die eigenen Strategieoptionen gewesen: „Von welchen Szenarien gehen wir aus, was bedeutet dies für uns in den einzelnen Zukünften und wie müssen wir unsere Strategieoptionen entsprechend anpassen/ausrichten?“, allerdings wäre hierzu ein weiterer Workshoptag notwendig gewesen. Wie dem auch sei, die Tür zu weiterführenden Strategie-, Change- und Innovationsprozessen wurde jedenfalls weit geöffnet.

Abschließend kann festgehalten werden: Es war ein intensiver, unterhaltsamer und sehr erkenntnisreicher Arbeitsworkshop mit einer sympathischen, erfahrenen und flexiblen Expertin. Szenario-Management ist gerade im Kontext der Nachhaltigkeit extrem spannend sowie relevant und bietet eine wertvolle Unterstützung für die Strategiearbeit zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung, die stärker und bewusster genutzt werden sollte.


Aus der Praxis: „Energieprojekt Traumhaus“ – Nachhaltige Energiewende und Sanierung von Altbauten

18

Jul 2016

Aus der Praxis: „Energieprojekt Traumhaus“ – Nachhaltige Energiewende und Sanierung von Altbauten

Für eine nachhaltige Energiewende gilt es insbesondere bei anstehenden Sanierungen im Altbau „das Richtige“ zu tun, d.h. den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser und Strom wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig zu senken, gleichzeitig den Gebäudekomfort und -nutzen zu verbessern, das „Gebäudewesen“ zu bewahren sowie den verbleibenden Energiebedarf durch Erneuerbare in zukunftsfähiger Weise zu (über-)decken.

Wie dies geschehen kann, wird durch ein aktuelles Sanierungsvorhaben in Aachen demonstriert, das von Bernd Steinmüller in Kooperation mit dem renommierten Architekturbüro Rongen & Partner fachlich unterstützt und von EnergieAgentur.NRW publizistisch begleitet wird. Hierzu fand am 5. Juli in Aachen auch eine Sonderveranstaltung der EnergieAgentur.NRW, des Bundes Deutscher Architekten und der IHK Aachen mit einem Theorie- und Praxisworkshop statt.

Es zeigt sich, dass nicht nur der 3-Literhausstandard sowie der EnerPHit-Standard für Altbau, sondern ggf. sogar der anspruchsvolle Passivhaus-Plus-Standard für Neubauten erreicht werden kann. Es werden dabei die höchsten Effizienzhaus-Standards der KfW und der Förderprogramme des Landes NRW (Progres) angestrebt und ein Beitrag zur Markteinführung innovativer Technologien geleistet.

Das Projekt, auch mit weiterführenden Informationen rund um die Reduzierung des Energieverbrauchs im Baubereich, ist auf Facebook und auf der Seite der EnergieAgentur.NRW verfolgbar bzw. weiter erläutert.


Unternehmen und Organisationen neu denken auf der Globalen Soziokratie Konferenz in Wien vom 23.-25. Juni 2016

15

Jun 2016

Unternehmen und Organisationen neu denken auf der Globalen Soziokratie Konferenz in Wien vom 23.-25. Juni 2016

3 Tage im Zeichen des kollaborativen Organisationsmodells der SOZIOKRATIE. Die Methode bietet einen strukturellen Rahmen für Selbstorganisation und Kooperation auf Augenhöhe. Partizipation, Mitverantwortung, kollektive Intelligenz und Effektivität werden gestärkt.
Die Konferenz ist DIE Gelegenheit, die Soziokratische Kreisorganisations- Methode und deren Gründer hautnah zu erleben und näher kennenzulernen.

Tag 1: 23. Juni 2016 Soziokratie in der Praxis kennenlernen

  • Kennenlernen von zahlreichen soziokratischen Organisationen und Unternehmen
  • Öffentlicher Vortrag zum Kern der Soziokratie

Tag 2: 24. Juni 2016 Was ist Soziokratie?

  • Vorträge erfahrener ExpertInnen aus den Niederlanden, Kanada, den USA und Österreich
  • Workshops zum Erfahren der Soziokratischen Methode
  • Vorstellung des ersten deutschsprachigen Soziokratie-Buchs „SOZIOKRATIE. Das Ende der Streitgesellschaft“

Tag 3: 25. Juni 2016 Eine selbstorganisierte Gesellschaft

  • Inspiration durch den Austausch mit benachbarten Disziplinen wie z.B. dem Integralen Ansatz
  • Erforschen von Bedingungen für Kooperation, individuelle und kollektive Entfaltung

Details zum Konferenz-Programm sind hier erhältlich:

Global Sociocracy Conference Vienna

Die Tage sind einzeln buchbar. CSM-Studeten und CSM-Alumni-Mitglieder bekommen einen Rabatt von 15 %. Für die Zusendung des Rabatt-Coupons einfach eine kurze E-Mail an a.schallhart@sustainco.net senden.

Hier geht es direkt zur Konferenz-Anmeldung:

Global Sociocracy Conference Vienna

Als Partnerin des Soziokratie Zentrums Österreich lade ich herzlich zur Konferenz ein und freue mich auf ein Treffen dort.

Mit herzlichen Grüßen,
Annemarie Schallhart


18

Apr 2016

Szenariotechnik Workshop:
Die praktische Anwendung formalisierter Ansätze zur systematischen Abbildung von zukünftigen Umfeldszenarien

Wie können verschiedene unternehmensexterne Zukunftsentwicklungen für die strategische Planung antizipiert und abgebildet werden? Die Szenariotechnik verspricht effektive Ansätze für die Praxisanwendung.

Nach dem Neujahrsauftakt zum Thema Neuromarketing widmet sich das SustainCo-Sommerarbeitstreffen am 03. und 04. Juni dem Themenschwerpunkt „Szenariotechnik“ in Kassel zu, um erneut über ein Workshop-Format die Kompetenzen der Mitglieder für unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement zu fördern. Zum Einstieg sollen Methoden und Elemente der Szenariotechnik am Projektbeispiel des Umweltbundesamtes („Die Zukunft des nachhaltigen Bauens und Wohnens 2030“) schrittweise eingeführt und angewendet werden. Dabei sollen am Freitagabend ergänzende „Schlüsselfaktoren“ für dieses Projektbeispiel gesucht und am Samstagmorgen „Zukunftsprojektionen“ in einzelnen Arbeitsgruppen entwickelt werden. Von Anfang an wird also Gelegenheit geben, das unterwegs Gelernte früh an eigenen Projekten zu spiegeln, so dass sich am Samstagmorgen einzelne Arbeitsgruppen auch direkt mit eigenen Szeanrio-Fragestellungen befassen können. Die Teilnehmer sind daher in jedem Falle eingeladen, eigene Themen/Projekte für Arbeitsgruppen im Vorfeld des Workshops einzubringen, sodass diese im Workshop Berücksichtigung finden können.

Mit Blick auf unser Sommerarbeitstreffen freuen wir uns, dass wir mit unserer Referentin Hanna Rammig von ScMI Scenario Management International wieder eine ausgemachte Expertin für eine SustainCo-Veranstaltung gewinnen konnten (unter anderem ist sie Autorin der aktuellen Szenariostudie des Umweltbundesamts). Sie wird sowohl fachlich als auch mit ihren mehr als 10 Jahren Erfahrung einen wertvollen Beitrag zum Gelingen des Workshops beitragen können. Das SustainCo-Netzwerk freut sich daher auf einen erkenntnisreichen Arbeitsworkshop. Los geht es am 03. Juni um 17:00 Uhr in der KiFAS in Kassel.

 


Inszenierung von Nachhaltigkeits- Angeboten auf Basis von Neuromarketingerkenntnissen

05

Apr 2016

Inszenierung von Nachhaltigkeits- Angeboten auf Basis von Neuromarketingerkenntnissen

Wie wird ein Angebot verkaufsfördernd inszeniert? Warum spielen Emotionen in der Entscheidungsfindung eine entscheidende Rolle? Welche Bedeutung kommt einer konsistenten Benefit-Kodierung zu?

Ideen, Konzepte, Produkte – letzten Endes alles Angebote – wollen verkauft werden. Gemeinhin ein notwendiger Akt, manchmal Übel, so auch im Aktionsbereich zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung, der sich auch die Mitglieder des SustainCo-Netzwerks verschrieben haben.

Wie kann bei inflationärer Präsenz des Themas Nachhaltigkeit im B2B-Kontext und den zahlreichen hiermit verbundenen Produkt- und Dienstleistungsangeboten die Relevanz und der Mehrwert des eigenen Beitrags so kommuniziert werden, dass er von adressierten Stakeholder-Gruppen glaubwürdig als wertvoll erachtet, präferiert und angenommen wird?

Um unter Berücksichtigung von Neuromarketing- Erkenntnissen auf diese Frage Antworten zu finden, lud das SustainCo-Netzwerk den Marketing-Experten und Psychologen Prof. Dr. Hans-Willi Schroiff (RWTH Aachen / Tuck School of Business, Dartmouth College) zum diesjährigen Neujahrs-arbeitstreffen 2016 ein. Schroiff, überzeugter Neuromarketeer, legte nach kurzer Themenabgrenzung den Fokus seines Vortrags auf die Positionierung und Inszenierung von Angeboten und stieg zur Sensibilisierung der Teilnehmer mit der These „…the human mind is an emotional decision making imperative“ ein. Neben fundiertem Fachwissen brachte er für einen erlebbaren Beweis hierzu eine Reihe an kurzeingeblendeten Bildermotiven vor, anhand derer die Teilnehmer den gezeigten Produkten bestimmte Attribute zuweisen konnten – interessanterweise äußerst schnell (durchschnittlich 380ms), unbewusst und nahezu einheitlich. Die zwei (vereinfacht erklärten) Schlüsselmechanismen hierbei: eine Bedeutungszuweisung aus der Erinnerung von Erlebtem kombiniert mit einer emotionalen Bewertung des Gesehenen in die Kategorien Belohnung bzw. Bestrafung, die eine korrespondierende Reaktion des Betrachters beeinflussen: anstreben oder vermeiden.

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Auf Basis dieser Erkenntnis und unter Zuhilfenahme von Häusels Limbic Map (siehe auch „Die wissenschaftliche Fundierung des Limbic®Ansatzes“ von Häusel, 2011), welche entlang der wichtigsten Emotionssysteme (Balance-System, Dominanz-System und Stimulanz-System) des menschlichen Gehirns empirisch begründete Werte und Bedürfnisse abbildet, wurden daraufhin verschiedene Produktpositionierungen verortet, diskutiert und erläutert.

Schnell wurden zwei Dinge klar: Das eigene Angebot muss über einen zentralen Nutzen ein klar definiertes Bedürfnis adressieren und entsprechend emotional inszeniert werden.

Wichtig hierbei: die Umsetzung einer konsistenten Kodierung (funktionale UND emotionale Botschaften) innerhalb der verschiedenen Kodierungskanäle (Sprache, Episoden, Symbole, Sensorik, etc.), um ein Angebot als glaubwürdig, relevant und präferenzstärkend für eine bestimmte Zielgruppe zu kommunizieren. Ein plakatives Beispiel kam hierzu aus der FMCG-Welt: Welche Stylingmarke garantiert ein elastischeres Haargefühl: Taft oder Wellaflex?

Auch die Case-Study zum Bioreiniger „Terra Activ“ (von Henkel) für die LOHAS-Zielgruppe machte diesen Grundsatz klar. „Terra Active“ floppte u.a. auch aufgrund eines aus Sicht der Konsumenten scheinbar ungeeigneten Corporate Endorsers: Henkel, mit dem eigenen Markenzeichen auf allen Etiketten deutlich sichtbar, steht klar für ein Chemieunternehmen und ist eine klassische Waschmittel-Firma, die zudem 100% kommerziell motiviert ist. Somit wurde die Inszenierung eines ökologisch orientierten Produkts bereits schon auf dem Produkt selbst offensichtlich konterkariert.

Als Fazit aus der abschließenden Arbeitssession zur Inszenierung des eigenen Angebots wurde folgendes mitgenommen: Auch wenn der Nutzen nachhaltig orientierter Angebote/Initiativen/Projekte häufig intangibel erscheint (CO2-Reduktion, Dematerialisierung, Bildungssteigerung, etc.) lohnt sich eine Emotionalisierung des Nutzenversprechens, sei es über Storytelling, Bildsprache, Menschbezug, etc. Grundsätzlich gilt: das eigene Angebot muss nachweislich einen Mehrwert für die jeweilige Zielgruppe und deren Problem schaffen, die in ihren Einstellungen und ihrer Entscheidungsfindung verstanden worden sein muss. Hieraus eine differenzierende Positionierung zu konzipieren und diese entlang aller Kontaktpunkte in relevanten Kanälen konsistent zu inszenieren, bleibt der Schlüssel zum Erfolg (unabhängig vom Thema).

Zugegebenermaßen eine umfangreiche Aufgabe, die jeder für sich erst einmal meistern muss. Sie kann sich allerdings auch auszahlen, vorausgesetzt es wird handwerklich sauber und systematisch gearbeitet – Neuromarketing liefert, wie wir feststellen konnten, viele wertvolle Ansätze hierzu.



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